Hautpflege

Die Hautpflege als wesentliches Element zur Therapiebegleitung

eincremen

Die Hautpflege als wesentliches Element zur Therapiebegleitung stellt für Neurodermitis Betroffene ein sehr wichtiges Thema dar. Ziel ist es durch die optimale Hautpflege die Barrierefunktion der Haut zu stabilisieren und idealerweise die Symptome der Hauterkrankung zu lindern. Die Pflege darf die Haut nicht zusätzlich belasten oder schädigen. Die Pflege der Haut soll die angewandte Therapie unterstützen und letztendlich zu besserem Wohlbefinden und mehr Lebensqualität beitragen.
"Verzicht" als Ansatz

Oftmals ist bei einem Pflegeprodukt nicht entscheidend was "drin" ist, sondern was "nicht" drin ist. Meiden Sie als Neurodermitis Betroffener alle Stoffe die Ihre Haut zusätzlich reizen oder belasten könnten.
Was "nicht drin" sein sollte:

Farbstoffe
Farbstoffe sollten nicht in Produkten für Neurodermitis Betroffene enthalten sein, da diese häufig Ursache für allergische Reaktionen sein können. Die Haut könnte zusätzlich belastet werden, was zu einem konterproduktiven Ergebnis führt. Und welche Rolle spielt schon die Farbe eines Pflegeproduktes.
Duftstoffe
Auch Duftstoffe sollten nicht in Produkten für Neurodermitis Betroffene enthalten sein, da diese ebenfalls häufig Ursache für allergische Reaktionen sein können. Die Haut könnte zusätzlich belastet werden, was zu einem konterproduktiven Ergebnis führt. Duftstoffe erfüllen natürlich den Sinn ein wohlriechendes Produkt zu entwickeln und mögliche unangenehme Eigengerüche der Inhaltsstoffe zu überdecken. In modernen Rezepturen kann aber problemlos darauf verzichtet werden, da die Eigengerüche von Pflegeprodukten in der Regel nicht als unangenehm empfunden werden.
Parabene
Parabene werden in Kosmetika als Konservierungsmittel eingesetzt. Parabene können in seltenen Fällen allergische Reaktionen hervorrufen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat das gesundheitliche Risiko von Parabenen bei der Verwendung in kosmetischen Mitteln bewertet. Das Institut kommt zu dem Schluss, dass Methyl- und Ethylparaben aufgrund der vorliegenden toxikologischen Daten in einer Konzentration von bis zu 0,4 % als sicher für alle Bevölkerungsgruppen anzusehen sind. Die Verwendung von Butyl- und Propylparaben sollte wegen unzureichender Daten zur Aufnahme über die Haut und zur Exposition insgesamt auf 0,19 % beschränkt werden. Diese Konzentration ist wegen des konservativen Ansatzes der Risikobewertung nach heutigem Kenntnisstand auch für Kinder als sicher anzusehen. Für die Parabene Isopropyl-, Isobutyl-, Pentyl-, Benzyl- und Phenylparaben ist nach Auffassung des BfR die Datenlage für eine Bewertung des gesundheitlichen Risikos derzeit nicht ausreichend. Benzylparaben ist als Konservierungsmittel in kosmetischen Mitteln nicht zugelassen. Einen generellen Ersatz von Parabenen in kosmetischen Mitteln hält das Institut jedoch nicht für sinnvoll. Viele der gegenwärtig verwendeten anderen Konservierungsstoffe haben ein deutlich höheres allergenes Potenzial als Parabene. (Quelle: bfr.bund.de) In begrenzten Mengen ist demnach die Verwendung rechtlich erlaubt, dennoch sollte zumindest bei geschädigter Haut auf Parabene verzichtet werden.
Konservierungsstoffe
Kosmetische Pflegeprodukte bestehen oftmals auch aus einem Wasseranteil. Dadurch können sich Mikroorganismen, wie beispielsweise Bakterien, bilden. Um dies zu unterbinden müssen diese Produkte konserviert werden. Gängige Konservierungsmittel weisen aber oftmals ein hohes Allergiepotential auf. Daher sollte auf übliche Konservierungsmittel verzichtet werden.
Paraffine
Die Verwendung von Paraffinen ist umstritten. Experten gehen davon aus, dass sich Paraffin lediglich als Film auf die Haut legt, aber von der Haut nicht aufgenommen wird. Dies kann zu verstopften Poren führen und würde somit eher schaden als einen Nutzen bringen. Auf lange Sicht könnte sogar die Haut austrocknen, und genau dies gilt es zu verhindern. Wenn also der Nutzen von Paraffinen fragwürdig ist, sollte lieber darauf verzichtet werden.
Silikone
Pflegecremes mit Silikon sorgen für ein weiches und angenehmes Hautgefühl. Dies liegt daran, dass Silikon die Haut abdichtet und kleine Unebenheiten auffüllt. Aber Silikon ist nicht in der Lage die Regeneration der Haut zu fördern im Gegenteil kann Silikon dazu beitragen die natürliche Regeneration der Haut zu unterdrücken. Was keinen effektiven Vorteil für die Neurodermitis belastete Haut bringt, muss auch nicht in ein Pflegeprodukt.
Mineralöle
Mineralöle verhalten sich ähnlich wie Silikone. Die Haut wird abgedichtet, fühlt sich im ersten Moment besser an, aber die natürliche Funktion der Haut wird verlangsamt oder gar unterbunden.
PEG-Emulgatoren
Grundsätzlich sollen Emulgatoren dazu beitragen aus dem Wasseranteil und dem Ölanteil einer Pflegecreme eine homogene Verbindung zu bilden. Bei PEG-Emulgatoren ist es aber so, dass diese Eigenschaft sich nicht nur auf das Produkt bezieht, sondern auch auf der Haut fortgesetzt werden kann. Damit würde das Hauteigene Fett bei Kontakt mit Wasser ausgewaschen werden. Die natürliche Barrierefunktion der Haut wird gestört und wird durchlässiger für Schadstoffe. Dass dies speziell bei bereits geschädigter Haut wie bei Neurodermitis gemieden werden sollte erklärt sich von selbst.